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Wie soziale Netzwerke die Arbeit von Influencern monetarisieren
Partnerschaft, Affiliate, Influencer-Programm… Wie monetarisieren soziale Netzwerke die Arbeit von Influencern?Geschrieben von Myriam Roche, Gründerin von „Les Gens d’Internet“165 Millionen Content Creator. Laut einer aktuellen Studie von Adobe gibt es weltweit so viele Influencer, die Posts und Videos erstellen, um…
Partnerschaft, Affiliate, Influencer-Programm… Wie monetarisieren soziale Netzwerke die Arbeit von Influencern?
Geschrieben von Myriam Roche, Gründerin von „Les Gens d’Internet“
165 Millionen Content Creator. Laut einer aktuellen Studie von Adobe gibt es weltweit so viele Influencer, die Posts und Videos erstellen, um ihre Community in den sozialen Netzwerken zu informieren, zu unterhalten oder etwas mit ihr zu teilen. Manche haben daraus ihren Beruf gemacht. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt zu einem großen Teil durch Partnerschaften mit Marken.
Was wäre, wenn sie für ihre Kreativität auch von den sozialen Netzwerken selbst bezahlt würden? YouTube, Twitch, Instagram, TikTok und Facebook haben Monetarisierungsprogramme oder arbeiten daran, damit Content Creator von ihrer Leidenschaft leben können. Willkommen in der Creator Economy. Falls du den Begriff noch nicht kennst: Er bezeichnet das wirtschaftliche Ökosystem, in dem sich Creator bewegen und ihre Einnahmequellen vervielfachen können: Partnerschaften, Monetarisierungsprogramme der sozialen Netzwerke oder sogar der Verkauf eigener Produkte.
Was bieten soziale Netzwerke in Zeiten der Creator Economy, um Influencer zufriedenzustellen? Wie wird sich die Influencer-Marketing-Branche entwickeln? Welche Partnerschaften stehen Influencern heute offen? Warum liefern sich die sozialen Netzwerke ein hektisches Rennen um die Monetarisierung von Content?
In diesem Artikel bekommst du Antworten auf all diese Fragen.
Partnerschaften, eine der wichtigsten Einnahmequellen für Influencer
Seit mehr als zehn Jahren entwickelt sich Influencer Marketing in den sozialen Netzwerken in Europa. Diese Strategie umfasst eine Reihe von Techniken, um die Empfehlungskraft dieser Ambassadors zu nutzen: um eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen, bekannter zu werden, ein bestimmtes Produkt zu verkaufen oder eine Botschaft zu vermitteln. Dafür gibt es heute viele Kooperationsformate. Das Versenden von Produkten ist zwar eines der meistgenutzten Influencer-Tools, aber längst nicht das einzige, das Früchte trägt.
Hier ein Überblick über einige mögliche Formen der Partnerschaft zwischen einer Marke und einem Influencer:
- Co-Creation: Content Creator und Marke entwickeln gemeinsam ein Produkt.
Ein Beitrag geteilt von Aimee Song (@aimeesong) auf Instagram
- Moderation eines Live-Events: Die Marke lädt den Content Creator ein, ein Live-Event auf ihren sozialen Netzwerken zu moderieren.
Ein Beitrag geteilt von Her World Singapore (@herworldsingapore) auf Instagram
- Ambassadorship: Über mehrere Monate, sogar ein Jahr, wird der Content Creator zum Gesicht der Marke in den sozialen Netzwerken.
Ein Beitrag geteilt von Khaby Lame (@khaby00) auf Instagram
- Der Takeover: Der Influencer übernimmt die Betreuung des Markenaccounts.
Ein Beitrag geteilt von Miquela (@lilmiquela) auf Instagram
Marken bezahlen die Creator direkt. Die Preise hängen von mehreren Kriterien ab: dem Profil des Influencers, seiner Reichweite, seinem Publikum, der Zahl der generierten Sales und seinem geschätzten EMV. Diese Vergütung ermöglicht es Creatorn, ihre Arbeit in den sozialen Netzwerken zu monetarisieren und so ganz oder teilweise davon zu leben.
Affiliate Marketing, eine Marketingtechnik, die sich dank Influencern neu erfindet
Neben den klassischen Partnerschaften im Influencer Marketing gibt es eine weitere Vergütungsmethode, die in sozialen Netzwerken und auf Websites regelmäßig genutzt wird: Affiliate Marketing.
Affiliate Marketing ist eine Marketingtechnik, bei der eine Marke oder ein Produkt über Werbebanner, gesponserte Artikel oder Rabattcodes auf den Websites von Publishern, den sogenannten Affiliates, beworben wird. Inzwischen beschränkt sich Affiliate Marketing nicht mehr auf Websites und Blogs. Influencer Marketing steht heute im Zentrum dieser Technik. Influencer nutzen in ihrem Content Affiliate-Links, um eine Marke oder ein Produkt zu bewerben. Klickt jemand auf den Link und kauft das Produkt, erhalten sie einen Prozentsatz des Verkaufspreises. Sie werden also leistungsbasiert über ein Provisionssystem bezahlt.
Parallel dazu bieten Vorreiter wie Amazon oder Uber Affiliate-Programme für Influencer an. Sie müssen sich nur anmelden und dann einen Link oder Rabattcode mit ihren Followern teilen. Jedes Mal, wenn jemand ihn nutzt, erhalten sie eine Provision. Auf Amazon können Influencer eine eigene Seite haben, wie hier die US-amerikanische Content Creatorin Ashley Marquez.
Affiliate Marketing ist für soziale Netzwerke hochinteressant. So bietet TikTok bereits Funktionen, mit denen Nutzer Provisionen auf Verkäufe über ihr Profil verdienen können.
Ende 2022 entwickelt sich das Affiliate-System für Content Creator weiter und geht in ein hybrides Format über. Bisher war die Vergütung leistungsorientiert (pro Klick oder pro Verkauf). Dieses „hybride“ Modell kombiniert eine klassische Vergütung (Fixhonorar) mit einer leistungsbasierten Vergütung.
Welche weiteren Funktionen entwickeln die sozialen Netzwerke über Affiliate hinaus, damit Content Creator ihre Arbeit monetarisieren können?
Soziale Netzwerke und ihr Vergütungssystem für Influencer
Wir befinden uns mitten im Aufbau der Creator Economy. Content Creator könnten bald von ihren Aktivitäten in den sozialen Netzwerken leben, nicht nur dank Marken, sondern auch dank der Plattformen selbst.
Die sozialen Netzwerke sind gerade im Umbruch. Alle überlegen, wie sie Content Creator am besten zufriedenstellen, aus Angst, dass die besten zu einer konkurrierenden App abwandern. Oder schlimmer noch, dass sich die Nutzer nicht mehr einloggen, weil die Inhalte nicht mehr so fesselnd sind wie früher. Dieses Rennen um die Monetarisierung von Content hat sich vor allem beschleunigt, als TikTok im Laufe des Jahres 2020 explodierte.
Das Monetarisierungsangebot auf Twitch und YouTube
Plattformen wie Twitch und YouTube haben die Monetarisierung bereits umgesetzt.

Monetarisierung auf Twitch
Seit vielen Jahren bietet die Plattform ihren Nutzern mehrere Monetarisierungsmöglichkeiten. Sie können Abonnements für exklusive Lives und/oder Replays verlangen: Abonnenten erhalten Badges neben ihrem Namen. Je länger sie abonniert sind (3 Monate, 6 Monate…), desto mehr Vorteile erhalten sie. Die Community kann außerdem Bits senden (eine virtuelle Währung, die zu Geld wird), und Streamer können Partnerschaften mit Marken eingehen. Um die meisten dieser Funktionen zu nutzen, müssen Streamer offizielle Partner der Plattform werden.

Monetarisierung auf YouTube
Seit zehn Jahren haben YouTuber die Möglichkeit, ihre Videos zu monetarisieren. YouTube platziert Werbung rund um und in ihren Inhalten. Je nach Zahl der Views erhalten die Videomacher monatlich oder vierteljährlich einen Geldbetrag. Parallel dazu denkt YouTube über eine Shopping-Option nach, mit der Creator klickbare Links zu ihren Inhalten hinzufügen können. Auch TikTok hat das Netzwerk inspiriert: Es wurde ein Fonds eingerichtet, um die Content-Erstellung über Shorts, das Kurzformat von YouTube, zu fördern. Ab 2023 können Videomacher dieses Format monetarisieren.
Instagram, TikTok, Facebook… Welche Monetarisierungsoptionen gibt es für Creator?
Während die ersten beiden Plattformen, YouTube und Twitch, gut etablierte Monetarisierungsprogramme haben, versuchen die anderen aufzuholen.

Monetarisierung auf Facebook
Der Meta-Konzern überdenkt gerade seine Monetarisierungsangebote. Die meisten Funktionen ähneln denen von Instagram, das ebenfalls zu Meta gehört.
- Werbung: Content Creator können Werbung in ihre Videos einbinden.
- Bezahlte Abonnements: Auf Seiten, die am Monetarisierungsprogramm teilnehmen, kann ein kostenpflichtiges Abo hinzugefügt werden. Auch Gruppen haben diese Option.
- Metaverse: Mit Horizon will Meta eine neue Einnahmequelle für Influencer schaffen: eigener Shop, erfolgreich gemeisterte Challenges, Affiliate usw.

Monetarisierung auf Instagram
Seit drei Jahren kündigt Instagram immer wieder neue Monetarisierungstools an, die sich bisher noch in der Testphase befinden. Das hat das Netzwerk dazu kommuniziert:
- Bezahlte Abonnements: Die Community der Influencer erhält gegen einen monatlichen Betrag Zugang zu exklusiven Inhalten (privater Chat, exklusiver Content, private Stories usw.).
- Badges: Die Badges-Option ähnelt dem, was es auf Twitch und TikTok bereits gibt. Follower können ihre Lieblings-Creator unterstützen, indem sie ihnen live etwas spenden. Es gibt drei Stufen: Follower können ein Herz für 0,99 $, zwei für 1,99 $ oder drei für 4,99 $ kaufen. Der gesamte Betrag soll an den Content Creator gehen.
- Werbung in Reels: Instagram prüft Möglichkeiten, Werbung in Reels zu schalten und einen Teil des Geldes an Influencer weiterzugeben.
- Boni: Instagram bietet Content Creatorn die Teilnahme am Reels-Play-Programm an. Je mehr Views ihre Videos erzielen, desto mehr Geld können sie erhalten. „Sobald du mindestens 100 $ verdient hast, kannst du sie auszahlen lassen und weiter am Programm teilnehmen“, so das Team.
Abschließend zu den laufenden Arbeiten von Facebook und Instagram an der Monetarisierung für Content Creator: In den USA testen einige Creator bereits weitere Monetarisierungstools, nämlich Videowerbung, Badges als Belohnung und Reels-Boni über das Reels-Play-Programm. Für den Rest der Welt könnten diese Tools bald verfügbar sein, wenn die Tests in den USA erfolgreich sind.

Monetarisierung auf TikTok
Seit die Nutzerbasis explodiert ist, testet das Team von ByteDance verschiedene Optionen, um Influencer-Content erfolgreich zu monetarisieren.
- Virtuelle Währung: Bei Lives können Influencer Spenden von Nutzern erhalten, die das Live verfolgen. Die Zuschauer können eine virtuelle Währung kaufen und sie in Form von Emojis oder Geschenken teilen.
- Eine Partnerschaftsplattform: TikTok bringt Creator mit Marken zusammen. Im Mai arbeitete die Plattform am Werbeangebot „Branded Mission“, um die Verbindung zwischen Werbetreibenden und Videomachern zu erleichtern.
- Affiliate Marketing: TikTok baut derzeit sein Shopping-Angebot aus. In Großbritannien testet das Team Live Shopping. Auch Affiliate-Links in Inhalten stehen auf der Agenda.
- TikTok Creator Fund: TikTok hat außerdem einen Fonds für Creator. Er soll die Content-Erstellung auf der Plattform finanzieren und Nutzer mit guter Performance belohnen. In Europa hat das Netzwerk 60 Millionen Euro in dieses Projekt investiert. Der Betrag ist für TikToker in Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien und Spanien bestimmt.
Seit dem 5. Oktober hat TikTok sein Monetarisierungsprogramm überarbeitet und bietet in mehreren Ländern eine neue Formel im Beta-Test an. Creator können im TikTok Creator Fund bleiben oder zu dieser neuen Option namens „TikTok Creation Program“ wechseln. Beides gleichzeitig ist nicht möglich. Ziel ist es, dass Videomacher je nach Zahl der Views ihrer über einminütigen Videos einen bestimmten Betrag verdienen. Für die Teilnahme musst du mehrere Kriterien erfüllen: mindestens 18 Jahre alt sein, mehr als 10.000 Follower auf deinem TikTok-Account haben und in den letzten 30 Tagen mindestens 100.000 Views auf deinen Videos erzielt haben.

Monetarisierung auf LinkedIn und Pinterest
Facebook, Instagram und TikTok sind nicht die einzigen Plattformen, die Content Creator finanziell fördern wollen. LinkedIn und Pinterest planen ähnliche Initiativen. LinkedIn hat 2021 in den USA den Creator Accelerator gestartet, ein Programm für Influencer. Ziel ist es, ihnen bei der Weiterentwicklung ihres Contents zu helfen.
Bei Pinterest gibt es in den USA mit Creator Rewards ebenfalls ein Programm, über das Nutzer für die Erstellung von Posts vergütet werden.
Mit all diesen Optionen haben Content Creator viele Möglichkeiten, ihre Posts zu monetarisieren. Wichtig ist: Werbetreibende sollten nicht mehr die Einzigen sein, die kreative Arbeit im Netz finanzieren.
NFTs, die Lösung der Zukunft?
Auch wenn soziale Netzwerke Content Creatorn bereits Monetarisierungslösungen bieten, haben diese noch andere Möglichkeiten. Eine davon sind NFTs. Diese neue Form des Marketings ist ein Segen für Influencer. Sie können eine Kunstform schaffen und sie später über die technologischen Tools der Blockchain weiterverkaufen.
Content Creator wie Gmoney oder Crypto Barista haben daraus ihre Haupteinnahmequelle gemacht. Sie geben Tipps zum Kauf von NFTs und verkaufen sie auch weiter. Für sie ist das eine bedeutende Einnahmequelle.
Die Liste der auf diesen Bereich spezialisierten Creator wird immer länger. Was wäre, wenn auch nicht spezialisierte Influencer damit anfangen würden? Was wäre, wenn sie ihre Kreationen über NFTs verkaufen könnten?
Auch wenn heute noch sehr wenige Influencer diesen Schritt wagen, könnte diese Strategie in den nächsten Jahren immer häufiger genutzt werden.
Warum lohnt es sich für Influencer, ihre Einnahmequellen zu vervielfachen?
Da sie von ihren Kreationen leben, bleibt Content Creatorn nichts anderes übrig, als ihre Einnahmequellen zu vervielfachen.
Meistens arbeiten sie für Partnerschaften mit Marken zusammen. Diese Kooperationen nehmen viele verschiedene Formen an, sodass sie an unterschiedlichen Projekten arbeiten können.
Um Content Creator zu unterstützen, versuchen die sozialen Netzwerke, die Creator Economy positiv zu beeinflussen und weiterzuentwickeln. Diese Ökonomie wird sich nicht mehr auf eine einzige Einnahmequelle beschränken, sondern allen Content Creatorn mehr Möglichkeiten für finanzielle und berufliche Stabilität bieten. Zusammengefasst lässt sich klar sagen: Die Creator Economy besteht aus verschiedenen Akteuren und prägt das komplexe Ökosystem aus sozialen Netzwerken und Content-Erstellung.
Neben den sozialen Netzwerken, die viel für die Creator Economy tun, gibt es für Influencer noch eine weitere Möglichkeit, von ihrer Leidenschaft zu leben: ein eigenes Business gründen. Weltweit haben viele von ihnen eine eigene Marke gestartet. Beispiele sind Gaëlle Garcia Diaz mit Martine Cosmetics, Chiara Ferragni mit ihrer gleichnamigen Marke oder MrBeast mit seinen Restaurants. Aus ihrem kreativen Universum heraus entwickeln sie eigene Produkte, um sie später zu verkaufen.
Wie du siehst, verändern sich die sozialen Netzwerke ständig. Und alles geht sehr schnell. Die Creator Economy entsteht vor unseren Augen.
Geschrieben von Myriam Roche, Gründerin von „Les Gens d’Internet“
